Soziale Phobie

Sechs unterschiedlich eingefärbte, ansonsten gleich aussehende Personensymbole sind nebeneinander aufgereiht.
Ängste in sozialen Kontexten, ob es nun ein Vortrag vor einigen Menschen oder bloß der Aufenthalt in einem belebten Raum ist, treten bei einer sozialen Phobie begleitet von Symptomen wie Schwitzen, Herzrasen und körperlicher Anspannung auf. Die größte Angst ist es sich vor anderen zu blamieren, negativ bewertet und abgelehnt zu werden.

Ein bisschen Bauchkribbeln ist immer. Wer zu einem Date geht, eine Rede hält, oder eine Party mit Fremden besucht, ist häufig nervös. Feuchte Hände sind okay. Aber: Bei manchen Menschen erzeugen Vorträge, Partys, Dates und andere Zusammenkünfte kaum beherrschbare Angst. Sie schwitzen stark und sind körperlich angespannt. Ihr Herz rast, die Stimme bricht; manchmal kommt Übelkeit und Schwindel dazu. Menschen mit sozialer Phobie haben Panik, mit/vor anderen zu sprechen, in den Mittelpunkt zu geraten, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie fürchten zutiefst, dass sie sich vernichtend blamieren und abgelehnt werden. Das Zwischenmenschliche wahrgenommen werden – für sie wird es zum Horrortrip!

Eine soziale Phobie greift tief in das Leben der Betroffenen ein. Sie vermeiden Zusammenkünfte, oder ”ertragen” sie nur unter Aufbietung all ihrer Kräfte. Zur Arbeit zu gehen, eine freundliche Konversation zu starten, in Gegenwart anderer zu essen, sogar “nur” einen Raum mit Menschen betreten und Blickkontakt herzustellen – all dies wird zum scheinbar unüberwindlichen Problem.

Die Ursachen der sozialen Phobie sind vielseitig. So kann die Umgebung und die persönlichen Erfahrungen zu der Entstehung dieser Angststörung beitragen, etwa Missbrauch oder Mobbing. Betroffene entwickeln soziale Phobien früh, meistens bereits in der Pubertät. Die Folgen: Sie “lernen” ihrer Angst zu begegnen, indem sie soziale Situationen vermeiden. Was keine Lösung ist und die Angst nur aufrecht erhält. Dies führt dazu, dass sie nur wenig Selbstbewusstsein entwickeln und kaum soziale Fähigkeiten erwerben. Später neigen viele zu Depressionen und einer extrem negativen Selbsteinschätzung.

Geschätzt zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter einer sozialen Phobie. In der Verhaltenstherapie in unserer Bonner Privatpraxis für Psychotherapie überprüfen Betroffene ihre negativen Bewertungen und Annahmen. Sie lernen, kontrolliert „Risiken“ einzugehen, sich Fehler beim Umgang mit anderen zu verzeihen und auch Ablehnung zu ertragen. Sie verstehen nach gewisser Zeit: Viele ihrer Grundüberzeugungen und Befürchtungen sind unnötig, stimmen einfach nicht. Niemand muss perfekt sein. Gezielt und systematisch konfrontiert sich der Klient im kontrollierten und psychotherapeutisch sinnvollen Schritten mit seinen Ängsten und lernt diese zu bewältigen. Dann bleibt bei Prüfungen, Dates oder Partys ein angemessenes (und hilfreiches) aufgeregtes Bauchkribbeln.