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Gamification - Aus dem Spiel in die Psychotherapie

Das Leben ist kein Spiel. Oft gehört. Stimmt auch. Mit einer Einschränkung: Wir können etwas von Spielen lernen.
Das Leben ist kein Spiel. Oft gehört. Stimmt auch. Mit einer Einschränkung: Wir können etwas von Spielen lernen.

Das Leben ist kein Spiel. Oft gehört. Stimmt auch. Mit einer Einschränkung: Wir können etwas von Spielen lernen. Genauer gesagt, von Computerspielen. Bestimmte „Spiel-Prinzipien“ unterstützen uns dabei, Blockaden zu lösen, psychisch zu lernen und uns weiterzuentwickeln.

Im Ernst? „Gamification“ etwa im Coaching oder der Psychotherapie? Für diejenigen, die sich bislang kaum mit Computerspielen beschäftigt haben: Bei bestimmten Computerspielen übernimmt der Spieler eine Rolle. Er wird etwa zum Handwerker, Feldherr, Händler oder Wahrsager. Angenommen, der Spieler schlüpft in die Rolle eines römischen Feldherrn: Zu Beginn des Spieles ist der Feldherr noch schwach. Doch je mehr Herausforderungen er besteht, desto mutiger, klüger, charismatischer oder belastbarer wird er. Im Spiel sammelt er je Eigenschaft oder Fähigkeit Punkte. Je mehr Punkte der Spieler sammelt, desto schwierigere Spiel-Levels kann er spielen. Die Figur wächst, der Spieler kommt voran.

Dieses Gamification-Prinzip übertragen Dr. Sabrina Blawath und Martin Nachtsheim, psychologische Psychotherapeuten in der Praxis Blawath & Nachtsheim (Bonn), auf die reale Welt. Sie nutzen es für das persönliche Wachstum von Coachees und Klienten. „Angenommen, jemand leidet unter einer depressiven Stimmung. Das „Spiel“ sieht dann folgendermaßen aus: Schlechte, depressive Stimmung sind 0 Punkte. 10 Punkte drücken die richtig glückliche Stimmung aus. Jedes Mal, wenn er sich im Alltag glücklich fühlt (mehr als acht Punkte), bekommt er einen „happy point“. Er notiert sich, in welcher Situation er sich glücklich gefühlt hat. Zur Depression neigende Menschen lernen dadurch, sich gezielt in positiv stimmende Situationen zu begeben und ihre Stimmung aktiv zu steuern.“

Ein weiteres Beispiel. Jemand scheut Konflikte. Er beurteilt seine Konfliktfähigkeit auf der Punkteskala. Dann wird für ihn ein „sportliches“ Spiel daraus, in Konfliktsituationen seine Interessen nachdrücklicher zu vertreten. Sein „Score“ klettert; er kann Fortschritte sehen und, bei erkennbarem Wachstum, sich größeren Herausforderungen stellen. Auch hier: Weiterentwicklung.

Computerspiele fesseln und faszinieren Millionen Menschen in der virtuellen Welt. „Wir nutzen die dahinterliegenden Prinzipien in der realen Welt - für systematisches Wachstum der Persönlichkeit“, sagt der Psychotherapeut Martin Nachtsheim.

 

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